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33. Ori Rund um den Indemann 09. März 2019

Bericht von vom 13. März 2019

Beifahrer ohne Daumen gesucht!

Bericht von Adrian Witte
Samstag ging es zum zweiten West-OM Lauf des Jahres. Die MSC Huchem Stammeln hatte zu „Rund um den Indemann“ eingeladen. Start und Ziel war, wie schon im letzten Jahr und bei diversen Oldtimerfahrten, direkt unter dem Indemann. 50 Teams hatten sich hier eingefunden. Ob dieses Jahr die Startplätze limitert waren, weiß ich leider nicht. In Vergangenheit waren schließlich mehr Teams am Start.

Auch wir hatten es hier hin geschafft, obwohl wir, besser gesagt ich, unter der Woche wegen Krankheit noch bibbern mussten. Meine Fastenzeit hatte schon am Dienstag, in Form eines Magen-Darm-Viruses, begonnen. Ist auch gar nicht so schlecht, wenn ich ein paar Kilos verliere, bin eh viel zu dick 😀 Ab Freitag ging es langsam bergauf und der Teilnahme stand nichts im Wege.
Die Anfahrt folgte aber dennoch getrennt, da ich nicht wusste, wie lange ich abends durchhalten würde. Zweite Hürde war dann die Sperrung auf der A1. War für mich zum Glück nicht so das Thema, 10-15min benötigte ich mehr. Verkraftbar, wir hatten mit mehr Stau gerechnet. Außerdem leistete mir auf der Autobahn ein Solinger Hyundai gute Gesellschaft 😉
Rainer war ein paar Minuten vor mir angekommen. Er stand schon sabbernd an der Kuchenvitrine und konnte dem wittischem Verlangen nach einem Stück Erdbeertorte nicht widerstehen. Bei 5 Stunden Fahrt (3,5 + 1,5 Karenz) muss man sich vorher auch gut stärken. Den Fahrerbrief gab es vorab nicht online und so wurde ich erst kurz vor Start geschockt. Pfeile nicht 2mal, Aufgabenteile unterstrichen als kürzeste Gesamtstrecke, nach alter Karte verbinden, Aufgabenteile mit Zahl bis zum nächsten Abzweig, … Da musste man sich schon so einiges merken. Vor allem der Part „Aufgabenteile mit Zahl“ ließ mich schaudern. Bei einer Oldtimerfahrt vor einigen Jahren bin ich darauf mehrmals reingefallen. Dazu kamen noch 135km Strecke, wie uns Peter Beckers bei der Fahrerbesprechung verkündete.
Nach der Fahrerbesprechung kehrte bei uns aber erstmal Ruhe ein, zu viel Ruhe. Wir quatschten noch hier und da und um 15:20 Uhr fiel uns ein, dass wir in 7min starten. Hatten wir uns vorbereitet? Natürlich nicht. Rainer musste noch aufs WC, wir mussten noch Kartenbrett und Co. umpacken und Notizen hatten wir uns auch nicht gemacht. Fing ja gut an…
Aufgabe 1 wurde dem Titel „Rund um den Indemann“ gerecht. Die bekannten Ecken in Inden und Lamersdorf wurden umkurvt. Viel zu tun war aber nicht: eine Sache messen, ein Pfeile für die letzte Aufgabe merken. Auch die nächsten Aufgaben plätscherten vor sich hin. Richtung Eifel muss man etwas Strecke zurücklegen und „Überführungsetappen“ lassen sich so nicht verhindern. War aber nicht schlimm, wenn es zwischendurch mal „leichter“ wurde, die schwierigen Dinger kamen noch.
Alte Straße und Wende in Aufgabe 3, messen in Aufgabe 4, … so ging es erstmal weiter. Wir fuhren entlang der B264 und B399 bis zur Aufgabe 7 in Kufferath. Hier mussten wir 2 alte Karten miteinander verbinden – das Schwierigkeitslevel stieg. Nach dem A folgte Aufgabenteil 2 – also mussten wir danach bis zum nächsten einfahrbaren Abzweig. Diesen konnte wir erst mit digitaler Lupe finden. Zwar existierte dieser Weg in Natur nicht mehr (hier befand sich jetzt ein schäbiges Firmengelände), aber maßgebend war hierfür die Karte. Dadurch war der Strich näher und die 2 Pfeile mussten noch warten.
Schwierige Aufgaben, die wir gut lösen konnten, und wir hatten noch ein gutes Gefühl dabei. Parallelen zu Duisburg kamen auf, aber wir ließen uns nicht beirren.
Mit Aufgabe 10 waren wir schon im Gebiet vom MSC Burgring Nideggen. Die Ecke kennen wir sonst nur von Hockes Fahrten im Dunkeln. Umso mehr waren wir verwundert, wie schön es hier doch ist. Serpentinen hoch, Serpentinen runter, eine Burg hier, eine Burg dort, Rurtalsperre. Alles im Regen und bei starkem Wind. Als wir dann in Aufgabe 14 noch unser Licht ans Kartenbrett bastelten, waren wir den Tränen nahe. Für uns war es das perfekte Orifeeling.
Die Fahrtleiter Beckers/Willms hatten zudem eine klasse Strecke für uns gefunden. Obwohl wir die Jahre die Strecken schon gefühlte 327mal gefahren sind, gibt es immer noch neue Tricks und unbekannte Straßen.
Vor der DK kam es am Kloster Vossenack zur ersten kürzesten Gesamtstrecke. Wie schon im letzten Jahr dienen hier 3 kleine Parkstreifen, um den ein oder anderen reinzulegen. Auch wir gehörten dazu, fast. Wir waren schon auf dem Weg zum Stempeln, als wir uns umentschieden, um noch mal neu auszuarbeiten. So waren wir vor der DK, also in Etappe 1, fehlerfrei.
Unter dem Motto „dumme Fehler“ ging es dann auf in Etappe 2. Aufgabe 19 führte uns durch einen der zahlreichen Wälder samt zahlreicher Wanderparkplätze. Gesprächsprotokoll:
Adrian: Hmm rechts ist ein großer Parkplatz, is aber nichts drauf?!
Rainer (auf die Karte schauend): nene, ist nichts. Der Parkplatz ist zwar in der Karte, hat er aber nichts drauf.
Und ich Depp glaube ihm auch noch…. Ein Aufgabenteil befand sich oben rechts in der Ecke, gut zu sehen, wenn man nicht zufällig seinen Daumen auf dem Kartenbild hat. Fehler Nummer 1.
Der E-Strich in der 20 brachte uns (und vielen anderen) auch einen Fehler. Der Strich war etwas länger und führte in einen gesperrten Weg. Die Kontrolle hing aber nicht am Schild, sondern dahinter. Da haben wir nicht lang genug nachgedacht. Fehler Nummer 2.
Kurz vor dem Ziel ging es in das bekannte Kreisverkehr-Industriegebiet an der Ausfahrt „Eschweiler-Ost“. Hier wurde es noch mal richtig kniffelig. Wir konnten es eigentlich gut lösen, wunderten uns aber, wieso das Team Göbbels/Göbbels ganz anders fuhr. Hätten wir doch lieber noch mal genau hingeschaut…
Im Ziel trafen wir Grützenbach/Opp. Wir sprachen über die Fahrt und Charlotte erwähnte nebenbei die 2 Ecken, wo wir die kürzeste Gesamtstrecke beachten mussten. 2?! Nene, es gab doch noch nur eine…. oder?
Wir hatten uns das während den Überführungsetappen noch mit Textmarker unterstrichen und umrundet, aber trotzdem übersehen. Im besagten Industriegebiet gab es einen Aufgabenteil, der unterstrichen war. Wir haben ihn hinterher einfach nicht mehr beachtet. Da wussten wir dann auch, wieso die Göbbels anders fuhren als wir. Fehler Nummer 3.
Zieleinkunft hatten wir gegen 20 Uhr. Bis zur Siegerehrung um vor 23 Uhr konnten wir die Zeit gut nutzen, um uns zu sättigen und zu quatschen. Das Schnitzelbüffet war ok. Viel Auswahl gab es zwar nicht, da ich aber noch nicht den Hunger hatte, war das nicht dramatisch. Nachdem wir unsere Fehler gefunden hatten, wollte ich Rainer den Daumen abschneiden. Leider war das Messer ziemlich stumpf und so wäre das nur eine unnötige Quälerei geworden. Anmerkung an den Restaurantbetreiber: Für nächstes Jahr wünsche ich mir dann ein gutes Steakmesser 😉

Trotz 3 dummen Fehlern haben wir noch gut abgeschnitten. Hinter Bleeke/Zeuner mit 25 und Kettler/Sieper mit 33,7 kamen wir auf einem guten 3. Platz mit 36,9 Punkten. Nach der Blamage in Duisburg war das ein tolles Ergebnis. Für Heiligenhaus in 3 Wochen ist noch Luft nach oben.
Die Teamkollegen Annette Schoder und Dieter Voß wurden Dritte in der Klasse und Siebte im Gesamt. Bei 23 Startern in A/AK und guter Konkurrenz ist das ein klasse Ergebnis.

 

Der Beitrag wurde am Mittwoch, den 13. März 2019 um 15:45 Uhr veröffentlicht und wurde unter Ori abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten. Einen Kommentar schreiben